Das Herz den Vätern zuwenden

Ein Genealogie-Fachberater kann unter Umständen, ohne es zu wollen, Mitglieder, die mit ihrer Genealogie beginnen, entmutigen. Manche Mitglieder schrecken vielleicht ein wenig vor den vielen Namen, Datums- und Ortsangaben zu Ereignissen, heiligen Handlungen und Ähnlichem, was man offenbar in einen noch unausgefüllten Familiengruppenbogen oder in eine leere Ahnentafel eintragen muss, zurück. Bei den ersten Besuchen kann es vorkommen, dass die Mitglieder sich unter Druck gesetzt fühlen, sich an sämtliche Einzelheiten in Bezug auf ihre Familie erinnern zu müssen. Urteilen Sie als Genealogie-Fachberater nicht darüber, wie viele Fakten einem Mitglied bekannt sind. Zeigen Sie vielmehr Verständnis und Wohlwollen und machen Sie Mut. Bieten Sie den Mitgliedern Ihre Hilfe dabei an, mehr über ihre Angehörigen zu erfahren.

Die Mitglieder der Kirche werden unter anderem deshalb an die Genealogie herangeführt, um „ihr Herz ihren Vätern zuzuwenden“. Das kann man auf vielerlei Weise erreichen.  Das gewünschte Ergebnis ist zwar, dass wir im Tempel die heiligen Handlungen für unsere Vorfahren vollziehen, doch kann man dieses Ziel auf verschiedenem Wege erreichen. Die ersten Male, wenn Sie ein Mitglied zu Hause besuchen, reicht es völlig aus, wenn Sie sich lediglich über die Geschichte der Familie unterhalten, Familienfotos ansehen oder Unterlagen in Augenschein nehmen, die Hinweise zur Vergangenheit der Familie enthalten. Zu Beginn können Sie das Mitglied beispielsweise bitten, von seinen Angehörigen zu erzählen. Wenn jemand bei seinen ersten Schritten eher zurückhaltend ist, ermutigt der Fachberater ihn geduldig. Er unterstützt ihn und drängt ihn zu nichts, wozu er noch nicht bereit oder in der Lage ist. Elder L. Whitney Clayton hat gesagt:

Bemühen Sie sich, den Glauben der Mitglieder zu nähren, in ihnen den Wunsch zu wecken, einen Anfang zu machen und dann auch dabeizubleiben, ihr Selbstvertrauen zu stärken und ihnen zu Erfolgserlebnissen zu verhelfen. Wenn die Mitglieder spüren, dass ihr Glaube an den Herrn und an sich selbst infolge dessen, was Sie ihnen beibringen, wächst, dann haben Sie Ihre Aufgabe erfüllt, und zwar gut. (Ansprache bei einer Fireside am 8. November 2007.)

In dieser Aussage wird bekräftigt, was Elder Dallin H. Oaks bereits vor einiger Zeit gesagt hat:

Alle Mitglieder [sollen] sich daran beteiligen …, indem sie gebeterfüllt die Möglichkeiten auswählen, die zum gegebenen Zeitpunkt mit ihren persönlichen Umständen vereinbar sind … Wir wollen niemanden dazu zwingen, alles zu tun, aber jeden dazu anregen, etwas zu tun. (Elder Dallin H. Oaks, „Family History: In Wisdom and in Order“, Ensign, Juni 1989, Seite 6.)

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